Bericht von 2004 - Praxistips zur Verhinderung von Bodengrundverfrachtungen bei starken Strömungsverhältnissen
Ich probierte alle möglichen Pumpenrichtungen aus und drosselte die Pumpen, aber ich kam einfach nicht zu einem zufriedenstellenden Ergebnis. Da kam mir folgende Idee:
Künstlicher Bodengrund wie eine Wiese bei einer Modelleisenbahn:
Wie ich mir das vorstelle? Nun Ja, ganz einfach. Bei einer Modelleisenbahn nimmt man einen Untergrund aus Papier, Pappe oder anderem Matereal, bestreicht dies mit Klebstoff und streut Grasnachbildung und Sand darauf. Das sieht schon ziemlich echt aus.
"Wie geht das im Aquarium?" werdet Ihr Euch fragen
Da nur zwei Stellen nah an der Frontscheibe von diesem Phänomen betroffen waren reichten zwei kleine Streifen von diesem künstlichen Bodengrund.
Ich nahm eine Holzplatte als Arbeitsuntergrund und legte darauf ein Stück 2mm Plexiglasscheibe, die ich noch vom Einrichten des Beckens übrig hatte. Ich schnitt mir daraus zwei gleichmäßig breite Streifen. Wie Ihr auf den Bildern sehen könnt habe ich auch noch eine Aussparung an den Enden der Leisten geschnitten. Dies deshalb, weil ich einen großen Stein von meinem Aufbau auf eine Plexiglasscheibe gelegt habe und diese etwas vorsteht. Gut zu sehen auf dem Foto mit dem Korallenwächter.
Mit Silikon gehts im Aquarium immer noch am besten
Ich schnappte mir eine Tube Aquariensilikon, eine Spachtel die ich noch von meinen Künstlerischen tätigkeiten hatte und einen Lappen zum Abwischen. Zuerst rauhte ich die Oberflächen der Plexiglasscheiben etwas auf. Ich nahm dafür gleich die Spachtel, da diese Zähne am unteren Rand hatte. Es geht aber genauso gut etwas Schmirgelpapier.
Nun drückte ich etwas Silikon auf die Plexiglasscheiben und verteilte es gleichmäßig dünn auf den Platten. Etwa 1-2mm dick auftragen reicht. Die ganze "Drecksarbeit" machte ich immer noch auf der Holzplatte.
Sollte etwas Silikon daneben gehen oder auf Euren Händen kleben bleiben, so könnt Ihr dies ganz einfach mit ein wenig Spülmittel und lauwarmn Wasser abspülen.
Der Bodengrund muss drauf
Nun ist der Bodengrund an der Reihe. Der Bodengrund sollte frei von Verunreinigungen sein. Am Besten gereinigten Bodengrund verwenden. Alternativ einfach eine kleine Menge normalen Bodengrund vorher gut mit SÜSSWASSER durchspülen und flach ausgebreitet (im Backrohr) trocknen lassen. Trocken muss der Untergrund deshalb sein, da er sonst nicht am Silikon haften würde.
Streut nun das Trockene Matereal über die bestrichenen Plexiglasstreifen. Nicht mit dem Bodengrund sparen. Einfach wie beim Panieren eines Wiener Schnitzels darüberstreuen und mit den Händen fest andrücken. Auch an den Rändern. Es muss eine Dichte Schicht darüber sein. Das Ganze dann einfach 1-2 Tage trocknen lassen, bis das Silikon ausgehärtet ist.
Bald sind wir so weit
Nun löste ich die Streifen von der Holzplatte und schüttelte den überschüssigen Sand einfach ab. Die Streifen nun in SÜSSWASSER kurz abspülen um Reste des Silikons und andere Verunreinigungen zu entfernen. Nun am besten die Strömungspumpen kurz abstellen und den Sand rund um die Verwehungen so weit entfernen, dass die Streifen Platz haben. Die Streifen einlegen und darauf achten, dass sich möglichst keine Steine unter den Streifen befinden.
Nun die Streifen mit Sand und eventuell Steinen (Lebenden Steinen etc..) bedecken.
Fertig!!!
ACHTUNG:
Achtet bitte darauf, dass Ihr keine zu groeüen Flächen damit abdeckt. Es könnten sich zwischen Plexiglas und Glasboden des Beckens faulige Sachen abspielen. Deshalb ist diese Lösung wirklich nur für wenige kleinere Bereiche im Aquarium zu empfehlen
Ich hoffe dieser Tip hilft allen Aquarianern mit extremen Stömungsverhältnissen ein altbekanntes Problem zu lösen!
Bereicht erstellt am 21.02.04